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BPA Verbot für Mineralwasserflaschen: Warum Leitungswasser trotzdem die bessere Wahl ist

Trinkst du Mineralwasser in Plastikflaschen? Mein Rat: Lass das lieber. Hier stelle ich dir die gesündere Alternative vor, mit der du die Umwelt und gleichzeitig deinen Geldbeutel schonst.

BPA Verbot für Mineralwasserflaschen

Bildnachweis: AdobeStock_244059790

 

Neulich im Supermarkt. Ein junges Paar stand vor dem Regal mit Mineralwasserflaschen. Sie überflog die Etiketten, er nahm eine Flasche in die Hand und las leise vor: „Ohne BPA – ist das jetzt neu?“ Die beiden sahen sich unschlüssig an. War das ein neues Werbeversprechen? Oder steckte mehr dahinter?

BPA – vielen ist diese Abkürzung noch nicht geläufig. Selbst manch ernährungsbewusster Vegetarier oder Veganer muss den Begriff googeln. Das junge Paar aus dem Supermarkt stand damit nicht alleine da.

Ich werde in diesem Blogartikel nicht auf komplexe chemische Formeln eingehen. Aber ich werde dir zeigen, warum BPA in Plastikflaschen vorkommt, was es mit dem BPA Verbot auf sich hat und wo du Trinkflaschen aus BPA freiem Tritan findest.

 

Bisphenol A in Wasserflaschen

Klären wir erstmal, was BPA bedeutet. BPA steht für Biosphenol A – und Biosphenol A ist eine Chemikalie, die unter anderem in Lebensmittelverpackungen aus bestimmten Kunststoffen vorkommt, beispielsweise enthalten PET Flaschen Bisphenol A, genauso wie Tetra Paks und zahlreiche wiederbefüllbare Trinkflaschen aus Plastik.

 

Bisphenol A Gefahren

Das Problem: Bisphenol A ist ein Weichmacher und kann sich unter großer Hitzeeinwirkung aus dem Verpackungsmaterial lösen. Es geht direkt in das Lebensmittel über und gelangt somit ruckzuck in den Körper. Falls du dir jetzt denkst: Betrifft mich nicht! kennst du die Studie der Europäischen Umweltagentur (EEA) aus dem Jahr 2023 wahrscheinlich noch nicht.

Dabei wurde in elf europäischen Ländern menschlicher Urin auf BPA untersucht. Und jetzt rate mal, wie das Ergebnis aussah: Insgesamt wurden bei 92 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen BPA im Urin nachgewiesen.

Damit nicht genug. BPA und andere Biosphenole sind Hormongifte. Weil sie ähnlich strukturiert sind wie das körpereigene Östrogen, können sie sich an dessen Rezeptoren binden und dadurch den Hormonhaushalt empfindlich stören – bis hin zu Diabetes, Unfruchtbarkeit, neurologischen Störungen und Krebs.

Laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sind Kinder, Säuglinge und Schwangere besonders gefährdet, weil BPA die Entwicklung wichtiger Organe stört, einschließlich des Gehirns.

 

BPA Verbot

Deshalb hat die EU-Kommission beschlossen, nicht nur Bisphenol A in Wasserflaschen, sondern in allen Materialien mit Lebensmittelkontakt zu verbieten – mit Erfolg. BPA darf seit dem 01.01.2025 nicht mehr in Konservendosen, wiederverwendbaren Kunststoffflaschen und Plastikverpackungen enthalten sein. Die Gefahr von Bisphenol A in Wasserflaschen aus Kunststoff scheint also vorerst gebannt.

 

Warum du trotzdem gefiltertes Leitungswasser trinken solltest

Es gibt fünf triftige Gründe, die gegen Flaschenwasser und für gefiltertes Leitungswasser sprechen:

 

Grund #1: Leitungswasser enthält weniger Mikroplastik als Mineralwasser.

Laut Dr. Martin Wagner, Associate Professor an der Norwegian University of Science and Technology (NTNU) weisen zwei Studien

„Mikroplastik in Mineralwasser nach. Hier wurden zwischen 300 und 6.000 Partikel pro Liter gefunden. Verglichen dazu sind die Mengen an Mikroplastik in Leitungswasser deutlich niedriger. In deutschem Leitungswasser wurden beispielsweise 0.0007 Partikel pro Liter gefunden.”

 

Grund #2: Leitungswasser ist kostengünstiger als Mineralwasser.

Ein Liter Leitungswasser kostet in Deutschland durchschnittlich 0,2 Cent. Das bedeutet, dass du für einen Euro 500 Liter Leitungswasser bekommst – genug, um eine ganze Woche lang deinen Durst zu stillen, Essen zu kochen und deine Pflanzen zu gießen. Dagegen kostet Flaschenwasser je nach Marke zwischen 50 Cent und 2 Euro pro Liter.

Klingt erstmal wenig? Dann rechne mit: Eine vierköpfige Familie, die täglich drei Liter Flaschenwasser pro Person für je 50 Cent kauft, gibt monatlich etwa 180 Euro aus – das sind im Jahr über 2.000 Euro. Und für Leitungswasser? Keine 10 Euro im Monat.

Aber das ist noch nicht alles. Flaschenwasser verursacht „Nebenkosten“, die du vermutlich gar nicht auf dem Schirm hast:

  • Transport: Die schweren Kisten müssen vom Hersteller zum Supermarkt, dann zu dir nach Hause. Und das kostet – nicht nur Sprit, sondern auch Zeit und Nerven (denk nur mal an die Schlangen an den Supermarktkassen…).
  • Lagerung: Viele von uns haben gar keinen Platz für stapelweise Flaschen oder Kisten. Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn die Küche einem Getränkelager gleicht und trotzdem ständig jemand ruft: „Wir haben kein Wasser mehr!“

 

Grund #3: Leitungswasser verursacht keinen Plastikmüll und weniger CO2-Emissionen als Mineralwasser.

Leitungswasser ist nicht nur circa 100 x preiswerter als Flaschenwasser, sondern auch deutlich besser fürs Klima. Die Klimabelastung durch Mineralwasser ist in Deutschland nämlich fast 600 x höher als bei Leitungswasser.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen schreibt dazu:

„Allein im Jahr 2020 sind rund eine Milliarde Liter Mineralwasser nach Deutschland importiert worden. Diese Flaschen benötigen in der Regel überdurchschnittlich lange Transportwege. So entstanden beispielsweise 2019 in Berlin 105.000 Tonnen CO2 durch Mineralwasserkonsum. Würde dort nur Leitungswasser getrunken, wären dies nur 175 Tonnen CO2. Im Falle einer bundesweiten CO2-Ersparnis durch den Umstieg von Mineralwasser auf Leitungswasser wäre die Ersparnis so hoch wie das anderthalbfache des innerdeutschen Flugverkehrs (vor Corona) pro Jahr.“

 

Grund #4: Du sparst dir den Schleppstress.

Leitungswasser ist immer verfügbar. Kein Schleppen, keine Einkaufsplanung, keine Suche nach Sonderangeboten im Supermarkt. Du drehst den Hahn auf und voilà – dein Durst ist gelöscht, ohne dass du auch nur einen Fuß vor die Tür setzen musst.

Wird bei dir auch manchmal der Platz in der Küche knapp, weil dort mehrere leere Wasserkästen auf die nächste Fahrt zum Leergutautomaten warten? Leitungswasser spart dir nicht nur nerviges Kistenschleppen, sondern auch wertvollen Stauraum. Du brauchst keine Flaschen, keine Kästen und keinen Sammelplatz für Leergut.

Noch ein Bonus: Leitungswasser trinken ist ein Bekenntnis für die Umwelt. Keine Glas- und Plastikflaschen, die mit hohem Energieaufwand hergestellt und um die halbe Welt gekarrt werden müssen. Stattdessen nutzt du das, was bei dir zu Hause bereits verfügbar ist. Du machst dein Leben einfacher – und tust dabei auch noch Gutes für unseren Planeten.

 

Grund #5: Leitungswasser wird besser kontrolliert als Mineralwasser.

In Deutschland unterliegt das Leitungswasser der Trinkwasserverordnung – und die ist weitaus strenger als die Kontrollen von Mineralwasser.

Wusstest du, dass Mineralwasser deutlich mehr Schadstoffe enthalten darf als Leitungswasser? Kein Witz. Mineralwasser wird auf lediglich 30 Schadstoffe getestet, Leitungswasser dagegen auf circa 64, also mehr als doppelt so viele.

Du siehst, Leitungswasser schlägt Mineralwasser um Längen.

Trotzdem dürfen wir eines nicht vergessen: Auch Leitungswasser kann Schadstoffe enthalten, trotz Trinkwasserverordnung und strengen Kontrollen.

Von Schwermetallen wie Blei, Eisen und Kupfer über Chlor und Nitrate, Pflanzenschutzmittel, Phosphor und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) bis hin zu Aromatischen Organischen Verbindungen, Hormonen und Medikamentenrückständen kann alles dabei sein – je nachdem, ob du in der Stadt oder auf dem Land wohnst und wie gut die Wasserleitungen instandgehalten sind.

Wie das sein kann?

Die Trinkwasserverordnung gibt einen Standard für die Qualität des Trinkwassers vor, sie garantiert nicht, dass aus deinem Wasserhahn jederzeit absolut sauberes Leitungswasser fließt.

Alle Schadstoffe vollständig aus dem Trinkwasser zu entfernen, ist aufwendig und kostenintensiv und deshalb für die meisten Städte und Gemeinden schlicht nicht umsetzbar.

 

Was du tun kannst, um BPA und andere Schadstoffe im Trinkwasser zu vermeiden:

 

  1. Trinke Leitungswasser statt Mineralwasser.
  2. Trinke nur kaltes Leitungswasser. In Warmwasser aus Trinkwasserleitungen, die mit Epoxidharz saniert wurden, konnten schon öfter kritische BPA-Konzentrationen gemessen werden.
  3. Filtere das Leitungswasser mit einem effizienten Wasserfilter, zum Beispiel der ECAIA carafe S (bezahlter Link) oder einem elektrischen Durchfluss-Wasserionisierer.
  4. Nutze wiederbefüllbare Trinkflaschen aus Tritan (bezahlter Link). Das ist ein besonders leichter und gleichzeitig robuster, geruchs- und geschmacksneutraler BPA freier Kunststoff. Sowohl die European Food and Safety Association (EFSA) als auch die Food and Drug Administration (FDA) haben Tritan als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft.
  5. Lade dir die ToxFox-App des BUND Naturschutz herunter. Sie hilft dir dabei, Alltagsprodukte mit hormonellen Schadstoffen, Mikroplastik und Nanopartikeln zu identifizieren.

 

Ob das Paar aus dem Supermarkt inzwischen auch weiß, dass es zu Hause eine qualitativ bessere und günstigere Alternative hätte?

 

Du suchst einen kostengünstigen Wasserionisierer zum Einstieg?
Aber gerne doch!

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